| Der Einzelhandelsverband
Nordrhein-Westfalen hat sich in einem Schreiben an NRW-Bauminister
Oliver Wittke für die Schaffung eines BID-Gesetzes nach dem Vorbild
Hamburgs ausgesprochen und die zeitnahe Erarbeitung eines
entsprechenden Gesetzentwurfs gefordert.
EHV-Präsident Friedrich G. Conzen begründet seine Forderung mit
der Überzeugung, dass von bürgerlichem Engagement getragene lokale
Partnerschaften von Händlern, Grundeigentümern und Stadt "so
manchem Quartier zu einem Weg aus der Misere" verhelfen
könnten. Mit einer gesetzlichen Regelung solle die kontinuierliche
Weiterentwicklung der laufenden Modellprojekte von Immobilien- und
Standortgemeinschaften (ISG) eine rechtliche Absicherung erhalten.
Dabei geht es dem Verband auch darum, jegliches Trittbrettfahrertum
zu vermeiden. Ein nordrhein-westfälisches BID-Gesetz soll wie in
Hamburg (Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und
Dienstleistungszentren vom 28. Dezember 2004 - www.bid-1.de/gesetz.htm)
zeitlich befristet sein. Ebenso soll das Gesetz sachgerechte Quoren
für die Beantragung der Einrichtung beziehungsweise der
Verhinderung eines Innovationsbereiches mit entsprechender
Abgabenpflicht der Grundstückseigentümer vorsehen. Jedoch sollten
die Städte auf keinen Fall gezwungen werden, sondern die Vorgaben
eines solchen Gesetzes freiwillig umsetzen.
Mit seiner Forderung nach einer verbindlichen gesetzlichen
Regelung "im Interesse einer wirksamen Förderung der
Wirtschaft" steht der EHV NRW nicht allein. Vertreter der
Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Bochum haben sich am
15. November im Rahmen des Wuppertaler Kongresses "Business
Improvement Districs - Penicillin, Placebo oder Pragmatismus?"
bereits in diesem Sinne geäußert. Der EHV nimmt mit seiner
Forderung auch Bezug auf den Koalitionsvertrag der Berliner
Regierungsparteien. Darin werde gefordert, dass Bürgerschaft und
Immobilienwirtschaft in Zukunft stärker in die städtebaulichen
Entscheidungen einbezogen werden sollen und dass die Bundesregierung
dazu die Stärkung integrierter Stadtentwicklungskonzepte und deren
Vernetzung mit anderen Planungen anstrebt.
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Heinz Trompetter, Hauptgeschäftsführer |