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Düsseldorf, 10.07.2006

König Fußball, verlängerte Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft und Diskussion um die Reform des Ladenschlussgesetzes

 

 

Thomas Thienen, Sprecher des Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen: "Der nordrhein-westfälische Einzelhandel gratuliert der Deutschen Fußball- Nationalmannschaft zu ihrer herausragenden Leistung und zum Gewinn der Bronze-Medaille. Nach der Niederlage im Halbfinale hat die Deutsche Mannschaft bewiesen, dass sich der wahre Charakter eines Teams nicht im Moment des Sieges, sondern im Moment der Niederlage zeigt. Wir gratulieren einer Mannschaft, die ganz Deutschland viel Freude gebracht hat und der die Zukunft gehört."

In der öffentlichen Diskussion werden regelmäßig die verlängerten Ladenöffnungszeiten im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft in einen Kontext zur Reform des Ladenschlussgesetzes im Zusammenhang mit der Förderalismuskommission gestellt. Die im Rahmen der verlängerten Öffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft gesammelten Erkenntnisse sind nur in einem geringen Maße auf ein mögliches Vorgehen des Handels nach einer Reform des Ladenschlussgesetzes zu übertragen.

Thomas Thienen: "Das Präsidium des Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen
unter Vorsitz von Herrn Präsidenten Friedrich G. Conzen ist sich mit Frau Wirtschaftsministerin Christa Thoben einig, dass es auch nach einer Reform des Ladenschlussgesetzes bei höchstens vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr und Gemeinde bleiben soll."

Durch Ministererlass wurde die Möglichkeiten geschaffen, in der Zeit vom 09.06.2006 bis 09.07.2006 die Geschäfte an Werktagen von montags bis samstags rund um die Uhr sowie
mit Ausnahme des 02.07.2006 an allen Sonntagen und am Fronleichnamstag von 14 bis 20 Uhr zu öffnen. Diese Ausnahmeregelung basierte auf dem Wunsch, dem
Jahrhundertereignis Fußball-Weltmeisterschaft und den Gästen aus aller Welt gerecht zu werden.

Thomas Thienen: "Es war das primäre Ziel des nordrhein-westfälischen Einzelhandels, das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft "zu Gast bei Freunden" so gut wie möglich wahr werden zu lassen. Die vielen Gäste aus aller Welt und aus den unterschiedlichsten Regionen Nordrhein-Westfalens und die gute Stimmung haben uns insoweit bestätigt."

Auffällig war die unterschiedliche Herangehensweise und Strategie der Städte und des dortigen Handels je nach Größenordnung und Lage in Nordrhein-Westfalen. Während die Städte bis 250.000 Einwohner überwiegend die Strategie verfolgt haben, an einzelnen ausgewählten Sonntagen mit Eventunterstützung etwas Außergewöhnliches für ihre Besucher und Gäste anzubieten, hatten die Spielstätten in Nordrhein-Westfalen (Köln, Dortmund und Gelsenkirchen) sowie die Einkaufsmetropolen Essen, Düsseldorf und als Sondersituation Oberhausen sich dazu entschlossen, sowohl an Werktagen wie auch am Fronleichnamstag und an den Sonntagen besondere Öffnungszeiten für Besucher und Gäste aus nah und fern anzubieten.

Thomas Thienen: "Mit wenigen Ausnahmen erstreckte sich dieses Sonderöffnungsangebot im Wesentlichen auf die bekannten 1A-Lagen des innerstädtischen Lifestyle-Einzelhandels. Die Öffnungszeiten an den Werktagen von montags bis samstags wurden im Mittelwert bis 22 Uhr erweitert. Die Sonntagsöffnungsmöglichkeiten wurden regelmäßig wahrgenommen. Im Hinblick auf die getätigten Umsätze zeichnet sich kein einheitliches Bild ab. Während eine ganze Reihe von beteiligten Unternehmen und Unternehmensgruppen von erfreulichen Umsätzen sprach, die die Erwartungen erfüllt haben, waren im Gegenzug auch negative Rückäußerungen zu vermelden, die von nicht zufriedenstellenden Ergebnissen sprachen und von Unternehmen, die sich gerade zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft hin von verlängerten Öffnungszeiten verabschiedet haben."

Als Ergebnisse der Bewertung der verlängerten Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft können festgehalten werden:

  1. Die Sonderöffnungsmöglichkeiten in der gesamten Breite, an Werktagen sowie an Sonntagen, wurden im Wesentlichen an den Spielstätten und in den Einkaufsmetropolen in Nordrhein-Westfalen wahrgenommen. In den Städten und Gemeinden bis 250.000 Einwohnern wurde die Strategie verfolgt, einzelne, ausgewählte Sonderöffnungen, in der Regel an Sonntagen, im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft durchzuführen.
  2. Je kompakter der jeweilige 1A-Einkaufsbereich in der Stadt, desto höher war auch die Beteiligungsquote.
  3. Bezogen auf die Besucherfrequenzen waren die Montag-, Dienstag- und Mittwochabende schwächer als die Abende zum Wochenende hin. Fanden allerdings am stärksten Abend, dem Samstagabend, interessante Fußballspiele statt, u. U. noch mit Beteiligung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, waren auch solche Abende als eher frequenzschwach einzustufen.
  4. Die Sonntage sowie der Fronleichnamstag, soweit er denn genutzt wurde, fielen durch eine höhere Teilnahmequote des Handels im Vergleich zu den Werktagen auf.
  5. Der Lifestyle-Einzelhandel in den innerstädtischen Kernbereichen steht in einem Wettbewerb mit anderen Freizeitangeboten. Dies waren während der Fußball- Weltmeisterschaft selbstverständlich die übertragenen Fußballspiele, aber auch bei Temperaturen von 30 bis 33 Grad die Freibäder oder einfach nur der eigene Garten. Je spannender die Spiele wurden, also spätestens ab dem Achtelfinale, desto härter wurde auch der Wettbewerb um den König Kunden.
  6. Besonders im Fokus der Kunden standen Produkte, die mittel- und unmittelbar mit der Fußball-Weltmeisterschaft oder Feiern im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft standen. Ob dies nun Fahnen, Wimpel, T-Shirts mit Fußball-Weltmeisterschaft-Motiven oder ganz einfach das Notwendige für private und öffentliche Public-Viewing-Veranstaltungen waren.
  7. Für den Handel selbst bleibt die Erkenntnis, dass sich Einzelhandel hin zum Mannschaftssport entwickeln muss, wenn man denn erfolgreich sein möchte. Dies bedeutet, dass über alle Betriebstypen hinweg ein Mehr an Kommunikation und Zusammenarbeit notwendig wird. Der alte Begriff Kauf-MANNSCHAFT erhält hierbei vielleicht eine neue Bedeutung.

Noch nicht absehbar sind die langfristigen positiven Folgen der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Rahmen einer WM-Konzept-Controlling-Studie wurden 5.000 Besucher der WM befragt, wie sie denn Deutschland als Gastgeberland bewerten. Zweidrittel gaben an, dass sie noch einmal nach Deutschland kommen wollen und dann beispielsweise das Kulturangebot des Gastgeberlandes in Anspruch nehmen möchten. Bei dieser Studie erhält Deutschland Traumnoten. Mehr als 90 % der Befragten beurteilten die Gastfreundschaft und die Stimmung im Land mit den Noten "gut" und "sehr gut". Diese Aussagen sind auch vor dem Hintergrund eines Forschungsauftrages des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zu bewerten, wonach der Shopping-Tourismus im Jahr 2003 rund 8,7 Mrd. Euro in die Kassen des Deutschen Einzelhandels hat fließen lassen.

Thomas Thienen: "Der nordrhein-westfälische Einzelhandel hofft in aller Bescheidenheit, einen kleinen Beitrag zum guten Gelingen der Fußball-Weltmeisterschaft geleistet zu haben. Wir würden uns sehr freuen, unsere vielen Gäste aus aller Welt wieder einmal in Nordrhein-Westfalen begrüßen zu dürfen."

Anlagen:

Bewertung der verlängerten Ladenöffnungszeiten im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft vom 09. Juni bis 09. Juli 2006 aus Sicht des nordrhein-westfälischen Einzelhandels. Klicken Sie hier, um die Anlage herunterzuladen (PDF). 

Klicken Sie hier, um die Pressemitteilung "König Fußball, verlängerte Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft und Diskussion um die Reform des Ladenschlussgesetzes" herunterzuladen (PDF).

Ansprechpartner: Geschäftsführer Thomas Thienen, Telefon: 02 11 / 49 80 6 - 24

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