| Thomas Thienen, Sprecher
des Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen: "Der
nordrhein-westfälische Einzelhandel gratuliert der Deutschen
Fußball- Nationalmannschaft zu ihrer herausragenden Leistung und
zum Gewinn der Bronze-Medaille. Nach der Niederlage im Halbfinale
hat die Deutsche Mannschaft bewiesen, dass sich der wahre Charakter
eines Teams nicht im Moment des Sieges, sondern im Moment der
Niederlage zeigt. Wir gratulieren einer Mannschaft, die ganz
Deutschland viel Freude gebracht hat und der die Zukunft
gehört."
In der öffentlichen Diskussion werden regelmäßig die
verlängerten Ladenöffnungszeiten im Rahmen der
Fußball-Weltmeisterschaft in einen Kontext zur Reform des
Ladenschlussgesetzes im Zusammenhang mit der
Förderalismuskommission gestellt. Die im Rahmen der verlängerten
Öffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft gesammelten
Erkenntnisse sind nur in einem geringen Maße auf ein mögliches
Vorgehen des Handels nach einer Reform des Ladenschlussgesetzes zu
übertragen.
Thomas Thienen: "Das Präsidium des
Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen
unter Vorsitz von Herrn Präsidenten Friedrich G. Conzen ist sich
mit Frau Wirtschaftsministerin Christa Thoben einig, dass es auch
nach einer Reform des Ladenschlussgesetzes bei höchstens vier
verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr und Gemeinde bleiben soll."
Durch Ministererlass wurde die Möglichkeiten geschaffen, in der
Zeit vom 09.06.2006 bis 09.07.2006 die Geschäfte an Werktagen von
montags bis samstags rund um die Uhr sowie
mit Ausnahme des 02.07.2006 an allen Sonntagen und am
Fronleichnamstag von 14 bis 20 Uhr zu öffnen. Diese
Ausnahmeregelung basierte auf dem Wunsch, dem
Jahrhundertereignis Fußball-Weltmeisterschaft und den Gästen aus
aller Welt gerecht zu werden.
Thomas Thienen: "Es war das primäre Ziel des
nordrhein-westfälischen Einzelhandels, das Motto der
Fußball-Weltmeisterschaft "zu Gast bei Freunden" so gut
wie möglich wahr werden zu lassen. Die vielen Gäste aus aller Welt
und aus den unterschiedlichsten Regionen Nordrhein-Westfalens und
die gute Stimmung haben uns insoweit bestätigt."
Auffällig war die unterschiedliche Herangehensweise und
Strategie der Städte und des dortigen Handels je nach
Größenordnung und Lage in Nordrhein-Westfalen. Während die
Städte bis 250.000 Einwohner überwiegend die Strategie verfolgt
haben, an einzelnen ausgewählten Sonntagen mit Eventunterstützung
etwas Außergewöhnliches für ihre Besucher und Gäste anzubieten,
hatten die Spielstätten in Nordrhein-Westfalen (Köln, Dortmund und
Gelsenkirchen) sowie die Einkaufsmetropolen Essen, Düsseldorf und
als Sondersituation Oberhausen sich dazu entschlossen, sowohl an
Werktagen wie auch am Fronleichnamstag und an den Sonntagen
besondere Öffnungszeiten für Besucher und Gäste aus nah und fern
anzubieten.
Thomas Thienen: "Mit wenigen Ausnahmen erstreckte sich
dieses Sonderöffnungsangebot im Wesentlichen auf die bekannten
1A-Lagen des innerstädtischen Lifestyle-Einzelhandels. Die
Öffnungszeiten an den Werktagen von montags bis samstags wurden im
Mittelwert bis 22 Uhr erweitert. Die Sonntagsöffnungsmöglichkeiten
wurden regelmäßig wahrgenommen. Im Hinblick auf die getätigten
Umsätze zeichnet sich kein einheitliches Bild ab. Während eine
ganze Reihe von beteiligten Unternehmen und Unternehmensgruppen von
erfreulichen Umsätzen sprach, die die Erwartungen erfüllt haben,
waren im Gegenzug auch negative Rückäußerungen zu vermelden, die
von nicht zufriedenstellenden Ergebnissen sprachen und von
Unternehmen, die sich gerade zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft
hin von verlängerten Öffnungszeiten verabschiedet haben."
Als Ergebnisse der Bewertung der verlängerten
Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft können
festgehalten werden:
- Die Sonderöffnungsmöglichkeiten in der gesamten Breite, an
Werktagen sowie an Sonntagen, wurden im Wesentlichen an den
Spielstätten und in den Einkaufsmetropolen in
Nordrhein-Westfalen wahrgenommen. In den Städten und Gemeinden
bis 250.000 Einwohnern wurde die Strategie verfolgt, einzelne,
ausgewählte Sonderöffnungen, in der Regel an Sonntagen, im
Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft durchzuführen.
- Je kompakter der jeweilige 1A-Einkaufsbereich in der Stadt,
desto höher war auch die Beteiligungsquote.
- Bezogen auf die Besucherfrequenzen waren die Montag-,
Dienstag- und Mittwochabende schwächer als die Abende zum
Wochenende hin. Fanden allerdings am stärksten Abend, dem
Samstagabend, interessante Fußballspiele statt, u. U. noch mit
Beteiligung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, waren
auch solche Abende als eher frequenzschwach einzustufen.
- Die Sonntage sowie der Fronleichnamstag, soweit er denn
genutzt wurde, fielen durch eine höhere Teilnahmequote des
Handels im Vergleich zu den Werktagen auf.
- Der Lifestyle-Einzelhandel in den innerstädtischen
Kernbereichen steht in einem Wettbewerb mit anderen
Freizeitangeboten. Dies waren während der Fußball-
Weltmeisterschaft selbstverständlich die übertragenen
Fußballspiele, aber auch bei Temperaturen von 30 bis 33 Grad
die Freibäder oder einfach nur der eigene Garten. Je spannender
die Spiele wurden, also spätestens ab dem Achtelfinale, desto
härter wurde auch der Wettbewerb um den König Kunden.
- Besonders im Fokus der Kunden standen Produkte, die mittel-
und unmittelbar mit der Fußball-Weltmeisterschaft oder Feiern
im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft standen. Ob
dies nun Fahnen, Wimpel, T-Shirts mit
Fußball-Weltmeisterschaft-Motiven oder ganz einfach das
Notwendige für private und öffentliche
Public-Viewing-Veranstaltungen waren.
- Für den Handel selbst bleibt die Erkenntnis, dass sich
Einzelhandel hin zum Mannschaftssport entwickeln muss, wenn man
denn erfolgreich sein möchte. Dies bedeutet, dass über alle
Betriebstypen hinweg ein Mehr an Kommunikation und
Zusammenarbeit notwendig wird. Der alte Begriff Kauf-MANNSCHAFT
erhält hierbei vielleicht eine neue Bedeutung.
Noch nicht absehbar sind die langfristigen positiven Folgen der
Fußball-Weltmeisterschaft. Im Rahmen einer
WM-Konzept-Controlling-Studie wurden 5.000 Besucher der WM befragt,
wie sie denn Deutschland als Gastgeberland bewerten. Zweidrittel
gaben an, dass sie noch einmal nach Deutschland kommen wollen und
dann beispielsweise das Kulturangebot des Gastgeberlandes in
Anspruch nehmen möchten. Bei dieser Studie erhält Deutschland
Traumnoten. Mehr als 90 % der Befragten beurteilten die
Gastfreundschaft und die Stimmung im Land mit den Noten
"gut" und "sehr gut". Diese Aussagen sind auch
vor dem Hintergrund eines Forschungsauftrages des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Arbeit zu bewerten, wonach der
Shopping-Tourismus im Jahr 2003 rund 8,7 Mrd. Euro in die Kassen des
Deutschen Einzelhandels hat fließen lassen.
Thomas Thienen: "Der nordrhein-westfälische Einzelhandel
hofft in aller Bescheidenheit, einen kleinen Beitrag zum guten
Gelingen der Fußball-Weltmeisterschaft geleistet zu haben. Wir
würden uns sehr freuen, unsere vielen Gäste aus aller Welt wieder
einmal in Nordrhein-Westfalen begrüßen zu dürfen."
Anlagen:
Bewertung
der verlängerten Ladenöffnungszeiten im Rahmen der
Fußball-Weltmeisterschaft vom 09. Juni bis 09. Juli 2006 aus Sicht
des nordrhein-westfälischen Einzelhandels. Klicken Sie hier, um die
Anlage herunterzuladen (PDF).
Klicken Sie
hier, um die Pressemitteilung "König Fußball, verlängerte
Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft und
Diskussion um die Reform des Ladenschlussgesetzes"
herunterzuladen (PDF).
Ansprechpartner: Geschäftsführer Thomas Thienen, Telefon: 02 11
/ 49 80 6 - 24 |