Gähnende Leere in den Geschäften, kein Mensch auf der Straße – dieses Bild bot sich am letzten Samstag in vielen Städten Nordrhein-Westfalens. Am winterlichen Wetter kann es nicht ausschließlich gelegen haben, meint Friedrich G. Conzen, Präsident des Einzelhandelsverbandes NRW und nennt eine weitere Ursache. „Die Medien haben die Menschen in Angst und Schrecken versetzt“, erklärt er. Ohne jede regionale Differenzierung wurde für ganz Deutschland eine Schneekatastrophe heraufbeschworen, die in weiten Teilen ausblieb.
Er spricht sich für eine Berichterstattung aus, die vorsichtiger mit den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes umgeht. „Es ist unverantwortlich, wie mit diesen Vorhersagen Panik geschürt wurde, um kurzfristig mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen“, sagt Friedrich G. Conzen. „Langfristig richten diese Horrormeldungen Schäden an, unter denen wir alle zu leiden haben.“
Auf diese Weise könne ein mögliches Wirtschaftswachstum gleich im Keim erstickt werden. „Für den Einzelhandel ist es heutzutage schwieriger denn je, einen umsatzschwachen Tag auszugleichen. Wer wie in der vergangenen Woche unnötig Katastrophen heraufbeschwört, der sorgt einzig und allein für ein schlechtes Geschäfts- und Konsumklima und gefährdet damit langfristig Arbeitsplätze“, warnt der Präsident des Einzelhandelsverbandes Nordrhein-Westfalen. |