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Düsseldorf, 12.01.20054

"Gemeinsam und mit neuen Rezepten den Leerstands-Bazillus bekämpfen" - Landesregierung, Handel und Verbände starten mit fünf Städten Initiative gegen Leerstände in den Citys

 

 

"Standort Innenstadt - Raum für Ideen" lautet der Titel des Gemeinschaftsprojektes, das neue Wege im Kampf gegen das Problem der Ladenleerstände in den Innenstädten beschreitet. Initiatoren des Modellprojektes sind die METRO Group und ihre Kaufhof Warenhäuser, das Städtebau- sowie das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen. Zudem engagieren sich der Warenhauskonzern Karstadt und der Einzelhandelsverband NRW. Gemeinsam mit Vertretern der fünf beteiligten Städte Bochum, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim a. d. Ruhr und Oberhausen stellten sie in der Stadthalle Mülheim Idee, Hintergründe, Handlungsschritte und Ziele der Gemeinschaftsinitiative vor. Über 400 Vertreter aus Handel, Verwaltung, Kultur und Immobilienwirtschaft, Planer und Grundstückseigentümer folgten der Einladung nach Mülheim.


Foto: Uwe Jesiorkowski

Ziel der Initiative in den kommenden zwei Jahren ist es, innovative und beispielhafte Lösungen zu entwickeln, um Leerstände zu verhindern, zu beseitigen und Zwischennutzungen zu finden. Außerdem geht es um kreative Konzepte, wie sich City-Immobilien und Flächen anders nutzen lassen. In den fünf Modellstädten soll ein Umdenkungsprozess in Gang gesetzt werden: Sie sollen neue Ideen zu Themen wie Flächenwachstum, Stadt-Inszenierung und Leerstandsbekämpfung erarbeiten.
Aus Sicht der Initiatoren weiterhin wichtig für den Projekt-Erfolg: Mut zu einem neuen Umgang mit der Problematik. "Wachstum und Innovation entstehen vor allem dort, wo die Heterogenität der Interessen und Denkweisen am größten ist", sagte Städtebauminister Dr. Michael Vesper und lobte die Kooperationsfähigkeit der Beteiligten: "Einzigartig ist, dass diese Initiative ganz wesentlich auf die Beschäftigten im Einzelhandel zurückgeht und diese gemeinsam mit den Unternehmen Verantwortung für den Standort Innenstadt übernehmen." NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau betonte die bedeutende Stellung NRWs als der führende Handelsstandort in Deutschland und die große Verantwortung, die auf dem Einzelhandel in der Innenstadt liegt: "Das Stadtzentrum ist ein wichtiges Milieu für Lebens- und Freizeitgestaltung, eine Bühne für soziale Kontakte. Dem Einzelhandel kommt dort eine Schlüsselrolle zu: Er zieht Menschen in die Innenstädte, er ist ein wichtiger Arbeitgeber. Grund genug, mit der Gemeinschaftsinitiative etwas für den Erhalt der Innenstadt als Lebens- und Wirtschaftsraum zu tun."

Trotz Nachfrageschwäche der deutschen Verbraucher setzt sich das Flächenwachstum weiter fort und beschleunigt die Auslese durch den anhaltenden Flächen-, Kosten- und Preisdruck gewaltig. Durch den hohen Wettbewerbsdruck wird somit eine Auszehrung von Produktivitäten forciert. Prof. Dr. Dr. h. c. Erich Greipl, Geschäftsführer der METRO Group, sieht hier Handlungsbedarf und fordert einen vernünftigen Umgang mit bestehenden Ressourcen: "Nicht Erweiterung, sondern Qualifizierung und Inszenierung der bereits heute übermäßig vorhandenen Flächen müssen im Zentrum der zukünftigen und nachhaltigen Entwicklung stehen." Für eine weitere Qualifizierung im Handel tritt Prof. Dr. Helmut Merkel, Vorstandsvorsitzender der Karstadt Warenhaus AG ein, die das Kooperationsprojekt ebenfalls unterstützt: "Für den Handel in der Innenstadt wird es in Zukunft noch stärker darauf ankommen, den Service und die Beratung für unsere Kunden auszubauen. Diese Offensive nimmt einerseits die Interessen der Kunden auf, bedeutet andererseits für uns die Notwendigkeit einer weiteren Qualifizierung unserer Mitarbeiter. Damit stärken wir den Standort Innenstadt."

Neu und bislang beispiellos ist nicht nur die Vielzahl der Akteure aus verschiedenen Bereichen, die das Kooperationsprojekt "Standort Innenstadt - Raum für Ideen" initiiert haben, sondern auch das erklärte Ziel, die Kreativität, die Wünsche und Bedürfnisse all derjenigen einzubeziehen und zu berücksichtigen, die in den Städten leben und arbeiten. "Um unsere Innenstädte attraktiver gestalten zu können, wird es notwendig sein, die Kreativität und die Intelligenz der Bürgerinnen und Bürger einzubinden. Das wird heute noch viel zu wenig getan. Denn nicht wir als Händler sind die wichtigsten in der Stadt, sondern die Menschen, die zu uns in die Stadt kommen.", sagte Lovro Mandac, Vorstandsvorsitzender der Kaufhof Warenhaus AG. Auch Klaus Bruns, Gesamtbetriebsvorsitzender der METRO Group, sieht einen Nutzen in der Beteiligung aller, die von der Leerstandsproblematik betroffen sind: "Das Thema Innenstadt geht uns alle an. Je besser, sicherer, attraktiver eine lebendige Innenstadt ist, umso sicherer sind unsere Arbeitsplätze."

Für die fünf teilnehmenden Modellstädte ist "Standort Innenstadt - Raum für Ideen" eine große Chance: "Aus Sicht der teilnehmenden Städte kann das Projekt neue Akzente im Bemühen um attraktive Innenstädte setzen und wichtige Impulse zu deren Weiterentwicklung geben. Damit leistet es einen substantiellen Beitrag zur Stärkung der integrierten Zentren, ohne die lebendige Städte nicht denkbar sind", sagte Martin zur Nedden, Stadtbaurat der Stadt Bochum.

Die große Resonanz auf die Auftaktveranstaltung belegt nachdrücklich, dass das Kooperationsprojekt mit dem Thema "Leerstand" ein für viele NRW-Städte akutes Problem mit dringendem Handlungsbedarf aufgreift.

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